Anzahl der Spieler: 2-6 / Spieldauer: 60/80 Minuten / Ort: Wien / Preis: 19-30€ pro Person
Hugo Schenk

Serienmörder: Hugo Schenk

05.01.2022

Ein Junge aus gutem Hause wird vom Hochstapler zum Serienmörder. Seine Opfer sind dabei sorgfältig ausgewählt- und alles Dienstmägde. Die Morde begeht der Heiratsschwindler Hugo Schenk nicht allein. Mit seinem Komplizen Schlossarek teilt er nicht nur die Beute, sondern auch die Schuld an vier grausamen Frauenmorden- und den Tod am Strang.

Hugo Schenk- ein Österreicher, der sich einen Namen gemacht hat. Allerdings auf höchst fragwürdige Art und Weise! Was er eigentlich war? Hochstapler. Und Serienmörder. Als was er sich ausgab? Als russischer Fürst namens “Wilopolsky”, vom Zaren persönlich verfolgt und demnach auf geheimer Mission und aufregender Flucht; als Bahningenieur aus Krakau; als Gutsherr eines Landsitzes in Pöchlarn. Seine Opfer? Vier Dienstmägde, auf unterschiedliche Weisen getötet, aber dennoch mit einem gemeinsamen Schicksal. 

Die Umstände, unter denen Hugo Schenk, 1849 geboren in Teschen (heutiges Tschechien), aufwuchs, hätten erfolgversprechender kaum sein können. Sein Vater war Richter, und sein Bruder hat es sogar zum Landarzt gebracht. Er selbst besuchte schon in jungen Jahren die Artillerieschule. Die “Karriere”, die der junge, adrette Hugo einschlug, ging jedoch in eine etwas andere Richtung. Schon mit 21 Jahren begann er in der Region zwischen Niederösterreich und dem heutigen Tschechien, junge Frauen um den Finger zu wickeln. Er hatte dabei jedoch keinesfalls edle, romantische Absichten. Ganz im Gegenteil, ihm war es nur an ihrer Mitgift gelegen, ein typischer Heiratsschwindler also! Um sich ihrer Aufmerksamkeit- besonders finanzieller Art- sicher zu werden, erzählt der junge Hugo eine Geschichte, die ihn durch sein weiteres Leben begleiten wird: Er sei ein russischer Fürst namens Wilopolsky! Doch damit nicht genug. Der Zar ganz persönlich hat ein Killerkommando nach ihm geschickt, weshalb er nun unter neuer Identität und unter Verschluss leben müsse. Mit dieser geheimnisvollen Aura, die er um sich herum schuf, gelang es ihm nur zu gut, die ein oder andere Dame von sich zu überzeugen. Doch leider ging das Spiel nicht lange gut. Er wurde noch im selben Jahr erwischt und wegen Betrugs zu 5 Jahren schwerer Kerkerhaft verurteilt. 

Diese fünf Jahre musste er nie absitzen. Schon nach zwei Jahren gelang es ihm, wegen guter Führung entlassen zu werden. Dies nahm er zum Anlass, um gleich wieder ans Werk zu gehen- und sich weiter durch Heiratsschwindlerei des Vermögens junger Frauen zu bemächtigen. Dennoch dauerte es 10 Jahre, bis er wieder gefasst wurde. 1882 wurde der jetzt 32-jährige erneut in den Kerker gesteckt, diesmal allerdings nur für ein Jahr. Hier lernte er seinen späteren Komplizen kennen: Karl Schlossarek, der seine Strafe wegen Diebstahl absaß. 

Nachdem er wieder entlassen wurde, schritt Hugo nun ganz konkret zur Tat, um einen grausamen und perfiden Plan umzusetzen. Mit Hilfe eines Zeitungsinserats lernte er die damals 34-jährige Dienstmagd Josephine Timal kennen, die sein erstes Mordopfer werden sollte. Für sie war er Hermann Siegel- Bahningenieur aus Krakau. Aber auch das nur zur Deckung! Denn die Geschichte, dasser auf der Flucht vor dem Zahlen seine Identität als Fürst verheimlichen musste, kam auch hier wieder ans Tageslicht. Es dauerte nicht lange, bis er um die Hand der unschuldigen Josephine anhielt. Diese konnte ihr Glück kaum fassen, kündigte ihre Anstellung als Dienstmagd in Wien und macht sich mit all ihrem Hab und Gut- darunter auch ihr Sparbuch mit 1200 Gulden, mit Hugo (oder besser Hermann? Oder Wilopolsky?) auf Hochzeitsreise in die angebliche Heimat ihres Verlobten. Doch so weit kamen sie nie. In einer Schlucht mit dem unheimlichen Namen Gevatterloch, in der Nähe von Weißkirchen in Böhmen, vergewaltigt Hugo Schenk die Frau. Hier tritt nun auch der Gefängnis-Kumpane Schlossarek wieder auf Spielfeld. Gemeinsam fesseln und knebeln die beiden die völlig verängstigte Josephine. Nachdem sie ihr alle Wertgegenstände abgenommen haben, banden sie sie an einen schweren Stein, und ließen sie im Gevatterloch ertrinken.

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Dass Josephine Timal Dienstmagd war, war kein Zufall: Hugo Schenk hatte ganz bewusst einkalkuliert, dass Frauen diesen Berufsstands zumeist keine Familienangehörigen hatten, die sich um sie hätten sorgen können. Dazu kam noch, dass sie auch meist keine Erfahrung mit Männern hatten, und damit sehr leicht um den Finger zu wickeln waren. Doch im Fall von Josephine hatte der Plan einen Haken: denn Hugo Schenk wusste von einer Tante Josephines, Katherina Timal. Sie war ebenfalls Dienstmagd, und Schenk und Schlossarek befürchteten, dass diese ihnen in Sorge um ihre Nicht auf die Spur kommen könnte. Gesagt getan: Die ältere Frau wurde von der angeblichen Hochzeit informiert, und im Sinne einer Familienzusammenführung “gutmütigerweise” eingeladen, mit sämtlichem Besitz auf das- selbstverständlich nicht existente- Landgut in Pöchlarn umzuziehen, mit dessen Besitz sich Hugo Schenk rühmte. Kaum war sie in Wien angekommen, wurde sie von Hugo abgeholt, um den Rest des Weges gemeinsam zurückzulegen. Sie kam aber nur bis zum Donauufer in Krumnussbaum. Die Begegnung mit einem angeblichen Fährmann- man ahnt es bereits, wer sich hinter dieser Person verbarg- wurde ihr zum Verhängnis. Sie konnte sich zuerst noch wehren, als Schlossarek versuchte, sie zu erwürgen. Daraufhin schnitt ihr Schenk die Kehle durch. Auch sie wurde versenkt, wieder mit Hilfe eines schweren Steins. Ihre Wertsachen und das mitgeführte Vermögen teilten sich die beiden Komplizen. 

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Während zwischen den beiden ersten Morden noch einige Monate lagen, vergingen bis zum nächsten Verbrechen nur knapp 6 Wochen. Im August setzte sich das Dienstmädchen Theresia Ketterl bei einem Picknick in der Nähe von Lilienfeld selbst den Todesschuss- nachdem ihr Verlobter ihr das Spiel “Russisches Roulette” erklärt- und dabei unbemerkt nachgeladen- hatte. Ihr Schmuck und ihr Vermögen waren- ganz nach Plan- wieder einmal in den Händen des nun mit Recht als intentionalen Serienmörders zu bezeichnenden Schenks gelandet. 

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Das Todesjahr 1883 fand seinen traurigen Höhepunkt schließlich Ende Dezember. Rosa Ferenczi- das letzte Opfer der Dienstmägde-Morde, wurde von Schlossarek mit einer Hacke erschlagen, während sie mit ihrem Verlobten Schenk arglos an der Donau entlang spazierte. Eigentlich war der Mord schon im Oktober geplant gewesen- doch es gab Komplikationen mit der Bank, und sie konnte ihr Vermögen in Höhe von 900 Gulden erst nach 2 Monaten abholen. Und das war es schließlich, wonach die beiden Mörder aus waren. Sie war zwar bereits tot, nachdem ihr Schädel zertrümmert war, dennoch wurde sie noch mit einem Stein beschwert in der Donau versenkt- um die Spuren zu verwischen.

Dies war allerdings wenig erfolgreich. Es dauerte keine zwei Wochen, bis die beiden Komplizen am 10. und 11. Januar 1884 schließlich von der Polizei gefasst wurden. Im April folgte schlussendlich ihre Hinrichtung im Hof des Wiener Landgerichts, wodurch die Mordserie ihr Ende fand. 

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